| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2510-5116 |
| Ausgabe / Jahr: | 7 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-06-17 |
„Mit 90 Tagessätzen ist man noch nicht vorbestraft“ – dieser Satz gehört im Jahr 2026 zu den gefährlichsten Relikten anwaltlicher Beratungspraxis. Was strafrechtlich für das einfache Führungszeugnis nach wie vor zutreffen mag, hat sich migrationsrechtlich zu einer fatalen Falle für Mandantschaft und Anwaltschaft gleichermaßen entwickelt.
Art. 13 Nr. 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948 gibt jedem Menschen das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren. Wer sein Land verlassen darf, muss auch irgendwo ankommen dürfen.
„This pact kills! Vote no.“ Von Protest begleitet verabschiedete das Europäische Parlament am 10. April 2024 die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asyl-Systems (GEAS). Nach acht Jahren Verhandlung: elf Rechtsakte, davon zehn Verordnungen und eine Richtlinie. Eine Großbaustelle.
Schweigen ist in diesem Zusammenhang nicht nur ein stilistisches Mittel. Es ist eine Methode. Sechzehn Minuten Schweigen – für sechzehn verlorene Leben am 1. November 2024 in Novi Sad, als ein Betonvordach an einem Bahnhof einstürzte und die darunter stehenden Menschen tötete.
Wer die Recruiting-Portale der Großkanzleien scannt, sieht eine Welt der perfekten Vielfalt. Dieser Beitrag möchte mit diesem Mythos aufräumen. Die Realität sieht oft anders aus: Der typische Kanzleipartner in Deutschland ist weiß, männlich, westdeutsch, heißt Christian, ist promoviert und stets verfügbar.
Die jüngste Sozialerhebung des Deutschen Studierendenwerks zeigt eine Zusammensetzung der Studierendenschaft, die in den Rechtswissenschaften besonders deutlich ausfällt. Nur 36 Prozent der Jurastudierenden kommen aus einem nichtakademischen Elternhaus. Damit zählt das Fach zu den Studienbereichen mit der höchsten akademischen Vorprägung in Deutschland.
Oft denke ich daran, dass wir einen der besten Berufe der Welt haben. Die Arbeit für die Rechtssuchenden – unabhängig vom jeweiligen Fachgebiet – ist herausfordernd, aber auch erfüllend. Recht wird ausgelegt, und im besten Fall gewinnt man gemeinsam mit seinen Mandanten. Vor allem aber müssen wir nicht befürchten, für unseren Einsatz für das Recht vom Staat bedroht oder gar inhaftiert zu werden.
Die Dialogveranstaltung zur aktuellen Rechtsprechung mit Dr. Ezra Zivier, Richter am Kammergericht, ist zwar mittlerweile eine Institution. Dass unter den aufmerksamen ZuhörerInnen auch Richterinnen der familiengerichtlichen Abteilungen der Berliner Amtsgerichte sitzen, ist aber vermutlich ein Novum.
Der Deutsche Anwaltverein (DAV) präsentiert sich heute als moderner, vielseitig vernetzter und politisch wirksamer Berufsverband, der die Interessen der Anwaltschaft und des Anwaltsnotariats auf allen Ebenen engagiert vertritt. Mit zeitgemäßen Kommunikationsstrategien, einer starken digitalen Präsenz und zahlreichen Formaten für Austausch, Nachwuchsförderung und Fortbildung unterstützt der DAV seine Mitglieder, die mehr als 250 örtlichen Anwaltvereine, in ihrer Arbeit und auch die in den lokalen Anwaltvereinen vereinten Kolleginnen und Kollegen.
Nachdem der DAV erstmals 2024 einen Associate Summit ausgerichtet hat, wird das Format inzwischen durch die örtlichen Anwaltvereine fortgeführt. Diskutiert werden typische Fragen und Problemstellungen, mit denen sich Associates speziell in den ersten Berufsjahren konfrontiert sehen.
Nach ein paar Jahren kreativer Pause ist am 20. März 2026 der deutsch-französiche Rechtsdialog durch das ORGA-Team von RA Adi Seffer, Frankfurt/M, RA’in und Avocate Dr. Antje Luke, Paris, RA’in Dr. Barbara Mayer und RA Gerhard Manz, beide Freiburg, wieder auf dem Schirm des internationalen Wirtschaftsrechts angekommen – ein schöner Erfolg für die beiden ARGE Internationales Wirtschaftsrecht und Handels- und Gesellschaftsrecht im DAV zusammen mit den Auslandsvereinen Frankreich und Strasbourg und den Kollegen in diesem binationalen Spezialgebiet.
Quasi in Vorbereitung zum 75. Deutschen Juristentag widmete sich die Juristische Gesellschaft zu Berlin am 22. April 2026 dem Mietrecht, und zwar mit einem Brennpunkthema. Frau Prof. Dr. Beate Gsell stellte die Problematik anhand von sieben Thesen dar. Ausgangspunkt war die Feststellung – von der Referentin selbst in einer Folie mit einem „alten Hut“ als ebensolche attribuiert –, dass alle wohnen müssen und Wohnraum nicht beliebig (schnell) erweiterbar ist.
Juristische Themen müssen nicht trocken sein – das zeigt eine wachsende Podcastszene, in der diese verständlich, kritisch und oft unterhaltsam behandelt werden. Wir stellen Podcasts vor, die sich mit juristischen Fragen, aktuellen Urteilen, rechtspolitischen Debatten oder bekannten juristischen Persönlichkeiten beschäftigen. Die Beiträge erscheinen in lockerer Reihenfolge und stellen verschiedene Podcasts vor.
Im Rahmen des Projekts „Anwälte gehen in die Schule!“ des Berliner Anwaltsvereins finden derzeit mehrere Schultermine zur Berufsorientierung statt.
Für den Berliner Anwaltsverein haben am 28. April 2026 Olaf Hans Günther und ich an der Besichtigung der im letzten Jahr am 17. Juni 2025 eröffneten Justizakademie Berlin teilgenommen. Nach der Eröffnung ist jetzt noch einiges weitere fertiggestellt worden, darunter eine schöne Sporthalle, die insbesondere für den Dienst der Justizwachtmeisterei gedacht ist.
In der Zeit vom 11. März 2026 bis zum 15. April 2026 fanden die Wahlen zur Siebten Vertreterversammlung in Form der Briefwahl statt.
Am 1. Dezember 2025 war es so weit: Die von der Satzungsversammlung am 28. Mai 2025 mit überwältigender Mehrheit beschlossenen Änderungen der Fachanwältin- und Fachanwaltsordnung (FAO) sind in Kraft getreten.
Ob in Schulen, Nachbarschaften, Vereinen oder im digitalen Raum – viele Berliner*innen engagieren sich täglich für ein solidarisches Miteinander. Dieses Engagement würdigt der Berliner Ratschlag für Demokratie seit 2008 mit dem Wettbewerb #RESPEKT gewinnt.
Der Deutsche Juristinnenbund e. V. (djb) hat am 26. März 2026 in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien der Humboldt- Universität zu Berlin den Jutta-Limbach-Preis an das djb Dok-Net verliehen – für herausragende Leistungen junger Juristinnen, die Rechtsentwicklung prägen und Impulse für Gleichstellung und Rechtsstaatlichkeit setzen.
Menschen sind keine Marke. Genauso wie es mit viel Aufwand und guter Strategie sowie ständiger Pflege verbunden ist, eine Produktmarke aufzubauen, so selten gelingt es für Menschen.
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